Die Notenbanken sind zuständig für Bargeld, das aber nur zu etwa 5% Verwendung findet. Das übrige Geld nennt man Buch- oder auch Giralgeld und kann von allen Geschäftsbanken stammen. Arbeiten die Banken seriös, dann geben sie nie mehr Kredite, als diesem Geld wirkliche Sicherheiten als Werte gegenüberstehen. Beim Immobiliencrash in den USA war das nicht der Fall. Hierzu aber an dieser Stelle nicht mehr.
Was ist nötig für stabile Preise?
1. Angebot & Nachfrage müssen im Gleichgewicht sein.
Überwiegt das Angebot sinken die Preise = Deflation
Überwiegt die Nachfrage steigen die Preise = Inflation
2. Die Geldmenge bestimmt die Kaufkraft
Hat die Zielgruppe für die Angebote wenig Geld zwingt dies zu niedrigen Preisen.
Besitzt die Zielgruppe ausreichend Geld, können höhere Preise genommen werden.
Das Problem des Gewinndenkens
Es ist natürlich gewinnorientiert zu denken, beim Geld aber schädlich.
Wenn ein Jäger bei der Jagd mehr Energie verbraucht als ihm die Beute beim Verzehr wieder gibt, dann wird er verhungern. Hier ist es also wichtig gewinnorientiert zu denken und zu handeln.
Geld aber funktioniert nur unnatürlich mit der Zielsetzung genau die Geldmenge herauszubekommen, die man investiert hat. Geldüberschüsse bei den einen führen zu Verlusten bei den anderen. Geld sollte ein gerechter Austausch gegenseitig erbrachter Leistungen sein, was bedeutet, dass am Ende wieder jeder soviel Geld haben sollte, wie er am Anfang hatte, nämlich nichts.
Stellt man sich vor, jeder bekäme 100 Taler Kredit als Startkapital um auf dem Markt Waren und Dienstleistungen zu tauschen, so muss er am Ende die 100 Taler wieder zurück verdient haben. Schafft das jeder, dann entsteht bei keinem weder Verlust noch Gewinn an Geld.
Doch während des Handels werden Maschinen entwickelt und verkauft, Arbeitsprozesse durch Spezialisierung, Erfahrung und Vernetzung von Wissen ökonomisiert, Häuser, Straßen, Autos gebaut, Kunst dargeboten und sonstige Vergnügen bereitgestellt. Dies ist der natürliche und zu erstrebende Gewinn.
Hierzu eine kleine Rechenaufgabe:
FRAGE: Ein Turm mit 100.000 Steinen soll gebaut werden. Ein jeder Stein kostet 1 Taler. Wie viel Geld kostet der Turm und wie viel Geld braucht man?
ANTWORT: Der Turm kostet 100.000 Taler und er kann mit nur einem einzigen Taler gebaut werden.
Wie das?
Stellen Sie sich eine Gruppe von 100.000 Menschen vor, von denen jeder einen Beitrag für die Gesellschaft zu bieten hat. Die Steine symbolisieren dabei die verschiedensten Angebote und der Turm das Gesellschaftsziel.
Nun stellen Sie sich einen Menschen vor, der die Idee für Geld einbringt. Dieser erste leiht einem Zweiten einen Taler. Dieser kauft nun einen Stein bei einem Dritten. Jetzt ist der Taler bei dem Dritten, der wiederum einen Stein bei einem Vierten kauft ... usw. Irgendwann ist der Taler durch alle Hände gewandert und kommt schließlich bei dem Zweiten wieder an, der ihn sich geliehen hat, wenn dieser seinen Stein verkauft. Abschließend kann der Zweite den Taler an den Ersten zurückgeben, der Kredit ist getilgt. Keiner hat mehr Geld, so wie am Anfang und doch ist viel geschehen.
Zugegeben, mit nur einem Taler ist der Handel mühsam und doch funktioniert es. Jeder hat seinen Stein gegeben und einen anderen bekommen.
Die Scheu vor der Schuld
Schuld ist die Voraussetzung dafür, dass jemand anderes etwas verkaufen kann. Will man Schuld vermeiden, so muss stets ein direkter Tausch von Leistungen stattfinden, damit jeder zugleich geben und nehmen kann. Weil der Bedarf aber nicht parallel entsteht, sollte sich das Geben und Nehmen nach den Bedürfnissen richten. Irgendjemand gibt immer zuerst und bekommt später den Ausgleich. Mit Geld lässt sich dieses Guthaben festhalten, der Austausch aufschieben. Geld ist also nichts weiter als ein Versprechen zum Ausgleich. Zudem bietet es in seiner Neutralität die Möglichkeit, das Geben und Nehmen indirekt zwischen beliebig vielen Marktteilnehmern zu erreichen.