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Bew'punkte: 8

Initiator:
Haimo Grebenstein
01.02.2010
10:03 Uhr

Keine Listenwahl

Ich denke, die Listenwahl auf Bundes- und Landesebene sollte entfallen.

Der Bürger hat keinen Einfluss auf die Besetzung der Listen, somit ist es bei größeren Parteien unmöglich, eine Person "nicht" zu wählen. Statt dessen Verdoppelung der Wahlkreise und ausschließlich Personenwahl - dies ist KEINE Abschaffung von Parteien, da ja Mandatsbewerber Parteien angehören können.

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01.02.2010 - 11:05 Holger Hägele
Holger Hägele
160 Beiträge

1. – Zustimmung

In Baden-Württemberg bei den Landtagswahlen ist es bereits so, dass es keine Landeslisten gibt, sondern im ersten Schritt die Sitze nach den Gesamtstimmanteilen auf die Parteien aufgeteilt werden. Im zweiten Schritt bekommen die Kandidaten, die in den Wahlkreisen am besten abgeschnitten haben, die Mandate. Es hat also beträchtlichen Einfluss, ob ein Kandidat Stimmberechtigte im einzelnen Wahlkr ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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03.02.2010 - 18:08 N. M.
59 Beiträge

2. – Ablehnung

Haimo Grebensteins Anregung, die Listenwahl abzuschaffen, halte ich für falsch. Zwar hat er recht, dass der Fraktionszwang (der übrigens beschönigend als "Fraktionsdisziplin" bezeichnet wird) unvereinbar ist mit freier Wahl. Aber der Fraktionszwang gilt nicht nur bezüglich der Nominierung (Benennung) von Listenbewerbern, sondern auch bezüglich der Nominierung von Wahlkreis-Direktbewerbern ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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03.02.2010 - 18:44 Haimo Grebenstein
17 Beiträge

3. – Nicht ganz

Nils schrieb:
"Die Frage, ob Sachabstimmungen im Parlament geheim sein sollten (was ich für extrem falsch hielte), hat überhaupt nichts mit dem Wahlrecht zu tun."

Mit dem Wahlrecht natürlich nicht, aber mit der Repression der Abgeordneten durch die Fraktionen/Parteien. In etlichen Bundesländern wurden die Geschäftsordnungen dahingehend verschärft, dass außer den verfassungsmäßigen ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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08.02.2010 - 21:06 Werner Winkler
Werner Winkler
470 Beiträge www.wernerwinkler.de

4. – Repression der Abgeordneten

Haimo schrieb: "...Repression der Abgeordneten durch die Fraktionen/Parteien"

Zusammen mit dem Phänomen der Listenwahl erzeugt der Fraktionszwang letztlich die Entmündigung der Bürger-Wahlentscheide, könnte man sagen.

Zuerst wird vorentschieden, wer (von den Bürgern) gewählt werden darf, dann wird vorentschieden (von den Fraktionschefs), was die "Gewählten" wählen bzw. absegnen ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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09.02.2010 - 15:20 Haimo Grebenstein
17 Beiträge

5. – Vielleicht

hast du damit zu einem guten Teil Recht.

Das hat sicherlich ganz speziell in Deutschland auch seine Gründe. Die Demokratisierung erfolgte bei uns nach dem 2. WK völlig parallel mit dem wirtschaftlichen Erfolg. Eine Studie der F.-Ebert-Stiftung hat das ziemlich gut dargelegt. Somit ist für mehrere Generationen "Demokratie" ein Synonym für "Wohlstand und Stimmabgabe" und nicht für demok ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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15.02.2010 - 21:08 Ronald Saß
Ronald Saß
9 Beiträge

6. – Keine starren Listen / Listen-Kandidaten-Aufstellung durch Wahl der Bürger

Ich halte - wie die meisten hier wohl auch - absolut nichts von starren Listen, die innerparteilich ausgekungelt werden.

Alle Parteien sollten ihre Aufstellungsversammlung öffentlich abhalten müssen und jeder sollte dort Stimmrecht haben. Ob ein solches Verfahren von den Bürgern angenommen wird, ist jedoch fraglich.

Darüber hinaus sollten die sich dann ergebenden Listen veränderbar sei ➔ Beitrag komplett anzeigen …


zuletzt bearbeitet am: 22.02.2010 - 12:29

 

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14.03.2010 - 11:58 Alexander Jobst
1 Beiträge

7. – Tatsachen und Auswege

Tatsache ist, die großen Parteien haben die Republik korrumpiert.

Meine Vorredner haben zutreffend festgestellt, daß die Auswahl der Kandidaten ähnlich einem Trichter massiv verdichtet wird.

Man führe sich vor Augen:
Zur Bundestagswahl 2009 waren insgesamt 62,2 Mio Bürger (Aus)wahlberechtigt.
Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/3936/umfrage/wahlberechtigte-fuer-dBeitrag komplett anzeigen …


zuletzt bearbeitet am: 14.03.2010 - 11:58

 

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14.03.2010 - 13:13 Werner Winkler
Werner Winkler
470 Beiträge www.wernerwinkler.de

8. – Zwei Prozent ...

@ Alexander Jobst: Erstmal herzlich Willkommen! Dann danke für den Beitrag - diese 2%-Geschichte habe ich vor einiger Zeit auch gelesen und das war mit ein Anstoß dafür, das iParlament ins Leben zu rufen.

Drastischer wird diese Zahl meiner Meinung nach, wenn man das Ganze um den Faktor 100 verkleinert - also von einer mittelgroßen Stadt (810.000 Einwohner) ausgeht, in der die gleichen Rege ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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21.02.2011 - 12:19 R. Zimmermann
28 Beiträge

9. – Diktatoren-Wiederwahl

Wenn ich das richtig sehe, dann sind zumindest einige der arabischen Diktatoren (z.B. der bisherige ägyptische Präsident Mubarak; im Unterschied zu seinen erbköniglichen Kollegen etwa in Saudi-Arabien) immerhin gewählt (und sogar mehrmals wiedergewählt) worden (abgesehen davon, ob die jeweilige Wahl gefälscht wurde, was freilich auch sehr entscheidend ist).

Das Amt des us-amerikanischen ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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23.02.2011 - 14:32 R. Zimmermann
28 Beiträge

10. – Irlands Personen-Wahlrecht

In Irland gilt ein reines Personen-Wahlrecht ohne Listenwahl (also insofern anders als im neuen Hamburger 5-Jastimmen-Wahlrecht, das ich übrigens auch sehr dubios finde).

Das irische Mehrpersonen-Wahlkreis-Wahlrecht führt offenbar dazu, dass die Wählerstimmen eines Wählers "wandern", obwohl der das vielleicht gar nicht wollte. Außerdem verhindert es nicht das "taktische" Wählen durch ➔ Beitrag komplett anzeigen …


zuletzt bearbeitet am: 23.02.2011 - 14:37

 

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23.02.2011 - 18:44 Werner Winkler
Werner Winkler
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11. – Wahlrecht optimieren

@ R. Zimmermann: Selbst wenn der Wähler ankreuzen kann, was er möchte und die Reihenfolgen selbst definiert, bleibt doch der Makel, dass er kaum die Möglichkeit hat, diejenigen alle kennen zu lernen, für die er stimmt.

Dazu wären wesentlich kleinere Wahlkreis notwendig - und so vielleicht doch eine Art "Wahlmänner-System".

Wenn mich jemand vertreten soll, muss ich ihn kennen und er ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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23.02.2011 - 21:41 R. Zimmermann
28 Beiträge

12. – Solche Optimierung eigentlich o.k., aber praktikabel ?

Ja, eine solche Optimierung durch kleinere Wahlkreise fände ich durchaus wünschenswert angesichts der mangelnden Möglichkeit, die Bewerber/innen wirklich selber kennenzulernen. Allerdings fragt sich dann, ob dadurch das Parlament, jedenfalls der Bundestag, nicht viel zu groß werden würde, ob das also überhaupt praktikabel wäre, und ob ein solches vorheriges Kennenlernen überhaupt wirklich ➔ Beitrag komplett anzeigen …


zuletzt bearbeitet am: 24.02.2011 - 01:16

 

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24.02.2011 - 06:56 Werner Winkler
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13. – Hamburger Überraschungen

Kurz das Neueste aus Hamburg:

"Das neue Wahlrecht brachte einige Überraschungen: So häufelten die Hamburger bei der SPD etwa Lars Holster (Listenplatz 29), Jan Quast (Platz 31), Matthias Albrecht (Platz 34), Doris Müller (Platz 36) sowie die beiden Letztplatzierten Ali Simsek und Isabella Vértes-Schütter (Platz 59 und 60) so weit nach vorne, dass sie nun in die Bürgerschaft einziehen k ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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24.02.2011 - 13:10 R. Zimmermann
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14. – Listen-Reihenfolge

@ W. Winkler
Das ist wirklich sehr erfreulich, dass bei der Hamburger Wahl endlich die Reihenfolge der Listenbewerber/innen durch die Wahlberechtigten verändert wurde !

Das geht aber freilich auch ohne das Häufeln (Kumulieren), das ich eher für ziemlich gefährlich halte, weil es Leute begünstigt, die von der Medien-Journaille gezielt umjubelt werden, auch wenn sie dies gar nicht sachlich ➔ Beitrag komplett anzeigen …


zuletzt bearbeitet am: 24.02.2011 - 13:20

 

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24.02.2011 - 16:49 Werner Winkler
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15. – Abwahlrecht - rückholbare Stimmen

Tja, wer besch... will, findet immer einen Weg. In Hamburg kam jetzt heraus, dass der CDU-Kandidat Vahldiek sich gezielt auf Listenplatz Nr. 31 wählen/setzen ließ, wissend (er war in der Wahlkommission), dass der auf Seite 2 der Wahlvorschläge ganz oben erscheinen würde.

Auch ein Grüner und ein SPD-Kandidat kamen mit Platz 31 in die Bürgerschaft - allerdings ohne eigenes Mittun bei der ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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24.02.2011 - 21:43 R. Zimmermann
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16. – ... , wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

@ W. Winkler

Das ist mir klar, dass die Bosheit des Menschen bzw. seine diesbezüglichen Fähigkeiten durch kein auch noch so perfektes Wahlsystem überwindbar ist.

Desgleichen nicht durch irgendeine auch noch so perfekte Gesellschaftsordnung insgesamt.

Auch ich denke, dass sich alles irgendwie pervertieren und korrumpieren lässt und dass jemand Schlaues wie Herr Vahldiek "immer einen ➔ Beitrag komplett anzeigen …


zuletzt bearbeitet am: 24.02.2011 - 22:13

 

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25.02.2011 - 18:58 Werner Winkler
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17. – Ordnung gegen das Böse?

@ R. Zimmermann: "Und ich glaube, dass die Ordnungsstrukturen VORRANGIG wirken gegenüber den Strukturen der Einzelpersönlichkeiten."

Dieser Glaube klingt zunächst schlüssig und es wäre schön, wenn dem so wäre. Aber ich halte es auch für möglich, dass der alte Lao-Tse recht hatte mit seinem "Je mehr Ordnung, desto mehr Übertretung der Ordnung."

Die Entropie scheint mir auch in ➔ Beitrag komplett anzeigen …

 

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25.02.2011 - 20:27 R. Zimmermann
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18. – Ordnung auch gegen das Böse

Ja, ich glaube, dass eine möglichst lebensgerechte, freiheitliche Ordnung (die freilich immer wieder erneut - insbesondere anhand des rasanten technischen Fortschritts - überprüft und ggf. angepasst werden muss) vermutlich sogar das wichtigste Hilfsmittel gegen unsere Bosheits-Fähigkeiten ist.

Lao tse, den ich freilich auch sehr wichtig finde, wird mit seinem Spruch "Je mehr Ordnung, des ➔ Beitrag komplett anzeigen …


zuletzt bearbeitet am: 25.02.2011 - 20:55

 

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