Joi, Joi, Joi !
Das nenne ich Engagement !
Kompliment Herr Jonathan, Sie haben echt geackert.
Es gibt einiges, was ich sofort unterschreiben würde, diese Sätze z. B.
„Geld ist nichts anderes als ein Versprechen auf Gegenleistung in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Und Geld muss natürlich gesund gehandhabt werden, genauso wie eine sich selbst generierende Zelle. Das Ziel der Zellteilung ist der Selbsterhalt, die eine Zelle stirbt (-1) und die andere entsteht neu (+1), das Ergebnis ist Null (0).
Geldguthaben bei Menschen bedeutet bei einem gesunden Geldsystem, dass die Vermögenden mehr geleistet als sie an Gegenleistungen in Anspruch genommen haben. Idealerweise beschreibt Geldvermögen also einen noch ausstehenden Anspruch auf eine Gegenleistung, man hat bei anderen noch etwas gut. Und Schulden beschreiben dann folglich das Gegenteil, dass derjenige, der Geldschulden hat, mehr Leistung in Anspruch genommen als er selbst erbracht hat. Geld sollte nichts anderes beschreiben als ein vorübergehendes Ungleichgewicht von Geben und Nehmen.“
Oder diese : :
„Ganz wichtig zu verstehen ist, dass egal wie oft oder wie schnell Geld seinen Besitzer wechselt, sprich ausgegeben und eingenommen wird, es vermehrt sich dadurch nicht.“
„Je mehr Geld gehortet wird, desto mehr Schulden müssen gemacht werden. Besonders fatal ist, wenn gehortetes Geld gegen Zins verliehen wird, also mit dem Ziel noch mehr Geld anzuhäufen. Wer noch Sicherheiten aufzuweisen hat, der nimmt Kredite auf und sorgt so für neues Geld, damit die Wirtschaft nicht zum Erliegen kommt. Doch auch das neue Geld wird wiederum durch das Sparverhalten gehortet und weiter verliehen … usw. Dadurch steigt die Geldmenge stetig an, die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander.“
„Längst sind viele Menschen so reich, dass die Zinserträge oder sonstige Anlagerenditen deren tatsächlichen Geldbedarf, das Konsumverhalten übersteigen. Kurz gesagt, schaffen diese Menschen es nicht mehr ihr (ohne reale Gegenleistung) erwirtschaftetes Geld wieder auszugeben. Geldvermehrung wird zum Lebens- zum Selbstzweck mit verheerenden Folgen für die Realwirtschaft. Während in der realen Wirtschaft das Geld immer knapper wird, weil immer weniger Menschen kreditwürdig sind, kursieren immer größere Geldmengen an den Börsen. Tragischerweise kann man dort heute alles handeln, nicht nur die klassischen Wertpapiere; Aktien und sonstige Anteilscheine an realen Unternehmen, nein auch Derivate (Währungen), Kredite (Schulden anderer) und leider auch Rohstoffe, Energie und Lebensmittel.“
„Eine funktionale Möglichkeit den Menschen vom Horten des Geldes abzuhalten ist, dass es über die Zeit gezielt an Wert verliert. Ein solches Geld nennt man Schwundgeld. Will man den Wert seines gesparten Geldes erhalten, so muss man entweder Wertmarken kaufen, die man auf die Scheine klebt oder man muss sich jährlich neue Scheine besorgen, wobei beim Umtausch eine Gebühr erhoben wird.“
„Ich persönlich halte diese Möglichkeit für die bislang beste Geldform. Das Wunder von Wörgel 1936 in Österreich aber auch das aktuell erfolgreichste Regionalgeldprojekt in Süddeutschland, der Chiemgauer (www.chiemgauer.de) beweist die Funktionalität eines solchen Geldsystems.“
Dem kann ich mich nur anschließen.
Wo ich stolpere, sind folgende :
„Die Menge des benötigten Blutes richtet sich nach der Größe des Organismus, sprich bei Geld nach der Menge der zur selben Zeit gehandelten Waren und Dienstleistungen.“
Stellen Sie sich einmal ein neues Erdölfeld in Alaska vor, das erschlossen werden soll. Dazu sind riesen Kapital-bzw. Kreditsummen in Milliardenhöhe nötig, die aber nichts Handelbares darstellen, sondern – erst wenn es geklappt hat - zu Rohölförderung führen, die dann als reale Barrel gekauft werden können. D.h. Für mich, das die Geldmenge nicht von der Größe des Organismus abhängt, sondern von seinen Plänen. Wie begreifen SIE solche Investitionsvorhaben ?
„Da wir mittlerweile einen weltweiten Markt haben, weil Zeit auf der gesamten Erde gleich ist und die Arbeitszeit eines jeden Menschen - nach dessen Schaffenskraft bemessen - gleichwertig ist, macht eine globale Geldeinheit Sinn.“
*Lieber Herr Jonathan, hier muss ich Widerspruch anmelden. Die reine Uhrzeit ist logischerweise überall gleich. Aber ob ein Süd-Inder, in sengender Hitze mit einer Schaufel in der Hand ein Fundament für ein Gebäude aushebt, oder ein Deutscher Baggerführer in einer vollklimatisierten Kabine – das macht nach einer Stunde Arbeit einen Wahnsinns-Unterschied ! Das zu vergleichen und in Terras um zu rechnen, will mir nicht einleuchten.
„Meines Erachtens sollte man für Kredite nur Wertgegenstände verpfänden, die man nicht fürs Überleben braucht, wie z.B. Gold oder Schmuck. Am besten fände ich jedoch wenn es gelingt, dass man nur noch seine Arbeitskraft, sprich Zeit für Geld verpfändet. Gelingt es einem dann nicht durch eigene Bemühungen Geld zu erwirtschaften und den Kredit wieder zu tilgen, dann muss einen der Kreditgeber (die Bank) in Arbeit bringen.“ - Ein kecker Vorschlag, das mit der Bank.
ABER das verpfänden der Arbeitskraft haben wir doch leider. Jeder Nicht-Geld bzw. Grundbesitzer ist doch dazu gezwungen, um an Existenzmittel zu kommen, seine Arbeitskraft auf einem abhanden kommenden, deshalb total ungerechten, Arbeitsmarkt feil zu bieten. Von diesem Rest Sklaverei möchte ich ja gerade weg ! Ich dachte Sie auch ?
„Die klare stabile Basis der Werteinheit 1 Terra = 5 Minuten dürfte sowohl eine Inflation als auch eine Deflation verhindern, denn 120 Terra Schulden z.B. wären ein Versprechen 10 Stunden Arbeit zu leisten. Und eine Stunde bleibt eine Stunde, es sei denn die Erde beginnt sich anders zu drehen. Dann aber hätten wir wahrscheinlich ganz andere Probleme“*. (siehe oben*)
„Einen Annahmezwang von Wertgutscheinen als Bezahlung halte ich persönlich für schädlich, weil jeder selbst bestimmen können muss, was er für seine Leistungen haben möchte. Auch finde ich es völlig in Ordnung, wenn jemand stets auf eine direkte Gegenleistung besteht.“
Ohne Annahmezwang ist Geld kein gesetzliches Zahlungsmittel und endet in der Willkür – oder in der Regionalisierung. Mit Regionalwährungen dürften Sie aber sehr große Schwierigkeiten haben, ein Ölfeld in Alaska zu erschließen – oder einen Windpark im Meer ...
„Geld ist nicht das Problem an sich, sondern die Einstellung des Menschen zum Geld und sein Verständnis von diesem. Wer Geld nicht versteht, der wird es mit etwas natürlichem verwechseln und es automatisch zu horten versuchen, ähnlich wie das Eichhörnchen die Nüsse“
ALSO : verhindern, das Horten lohnt !
„Mit dem richtigen Bewusstsein ist sogar das verteufelte Zinsgeldsystem rechnerisch möglich. Ich rate aber dennoch dringend zum Verbot von Zinsen, weil es in Kombination mit dem natürlichem Hortungstrieb des Menschen zwangsläufig zu den beschriebenen verheerenden und immer wieder kehrenden Folgen für die Wirtschaft und damit für den Großteil der Menschheit kommen muss“.
Moralität wäre heute schon die Lösung – nur nicht ausreichend vorhanden, schon gar nicht unter zockenden Bankern.
Der ZINS ist für mich i. S. Rudolf Steiners, eine Art „Vorratserwirtschaftung im Wirtschaftlichen“, damit immer genug Kapital für Neues da ist. Er darf m. E. aber nicht beliebig hoch sein, auf jeden Fall unter 5 %.
Ich hoffe meine Rückmeldung inspiriert sie weiter zu machen und Ihren schon erkennbaren Edelstein weiter zu schleifen.